Geschult für den Notfall

So schnell kann es passieren, noch eben bummelten wir gemütlich in der Sonntagssonne durch Wälder und über Wiesen, da kam hinterrücks ein neugieriges Hausrind angerannt. Ein Pferd erschrak sich, und schwupps, flog eine von uns im hohen Bogen runter. Klar, auf den Kopf, was sonst. Was tun? Nun, die schlechte Nachricht: wir konnten uns leider kaum noch an die Erste-Hilfe-Maßnahmen erinnern. Die gute Nachricht: In diesem Fall war nicht viel passiert. Unsere „Tieffliegerin“ wurde im Krankenhaus durchgecheckt und hatte außer schmerzhaften Prellungen nichts abbekommen. Aber einmal mehr haben wir uns gefragt: Wie verhalte ich mich richtig in so einer Situation?

Deshalb haben wir, ein bunter Haufen von Turnier- und Freizeitreitern von der Main Ranch, einen freiwilligen Erste-Hilfe-Kurs arrangiert. 11 Interessierte kamen zusammen, um den Ernstfall zu proben. Dabei gab es neben diversen Informationen und Übungen vor allem viele Tipps, die wir in der Praxis gut anwenden können. Auf diese Dinge kann jeder von uns einfach achten:

1. Lord Helmchen

Auch wenn es in unseren Kreisen eher als „uncool“ gilt, aus Sicht eines Rettungsassistenten mit Reitsporterfahrung gelten Reiter ohne Helm als lebensmüde. Ein Reithelm schützt die wichtigsten Bereiche der Kopfregion, nicht nur bei einem Sturz. Wann immer es geht: Helm auf Leute!

2. Aufrüsten

Vor allem die Ausreitfraktion sollte immer ein Handy dabei haben. Nicht nur, um im Notfall anrufen zu können. Ist die GPS Funktion aktiviert, kann die Notrufzentrale das Telefon überall orten. Idealerweise sollte man das Handy „am Mann“ haben und nicht etwa in der Satteltasche – nur für den Fall, dass man sich ungewollt trennt. Bewährt haben sich zusätzlich online Tracking-Apps für die Streckenaufzeichnung.

3. Niemals alleine reiten

Egal, ob im Wald oder auf abgelegenen Reitplätzen. Wenn möglich, sollte niemand alleine reiten. Am sichersten ist man mindestens zu dritt unterwegs – so kann im Ernstfall einer Hilfe holen, ein anderer kann sich um den Verletzten kümmern.

4. Beim Verletzten bleiben

Verletzte sollten nie alleine gelassen werden. Sie könnten in Panik geraten und jede vorher getätigte Erste-Hilfe-Maßnahme könnte umsonst gewesen sein! Deshalb muss immer jemand da bleiben, bis Hilfe eintrifft.

5. Im Notfall – anrufen

Besteht nach einem Unfall Zweifel darüber, ob alles ok ist, ruft besser den Rettungsdienst. Aber wie war die Nummer nochmal? Richtig, 112! Die Polizei (110) kann euch zwar verbinden, aber das dauert dann eben.

6. Das Erste Hilfe Set

Ein Notfallkoffer zum Ausreiten? Das ist sicher übertrieben. Aber es gibt auch kleine Erste-Hilfe-Sets, die sich gut verstauen lassen.

7. Waldrettungspunkte kennen

Fast überall gibt es so genannte Waldrettungspunkte, die für Rettungskräfte gut zugänglich sind. Wer gerne ausreitet, sollte diese kennen.

8. Ruhe bewahren – nachdenken – handeln

Jeder von uns kann stürzen, getreten werden oder sich verletzen. Im Idealfall ist jeder von uns in der Lage, als Ersthelfer ruhig und überlegt zu handeln, um der verletzten Person zu helfen. Dies ist leichter gesagt als getan. Deshalb empfiehlt es sich, Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen.

Erste-Hilfe-Kurse bietet jede Hilfsorganisation (z.B. DRK, Johanniter) an, wendet euch dazu am besten an den jeweiligen Verband vor Ort. Außerdem lassen sich viele Maßnahmen und Regeln auch auf Pferd, Hund und Co. übertragen. So ist im Notfall jedem geholfen.

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